Adipositas Zentrum Passau
Adipositas Zentrum Passau

Malabsorptive Verfahren

Biliopankreatische Diversion (Biliopankreatische Teilung – BPD)

 

Die BPD stellt ein malabsorptives Verfahren dar, d. h. durch den Eingriff wird erreicht, dass aus der aufgenommen Nahrung weniger Nährstoffe in den Körper gelangen. Das Verfahren wurde von N. Scopinaro entwickelt. Bei der BPD wird der Magen verkleinert. An den verkleinerten Magen wird, wie beim Magenbypass, der Dünndarm angeschlossen. Im Gegensatz zum Bypass werden die Verdauungssäfte aus Galle und Bauchspeicheldrüse allerdings erst deutliche weiter unten im Dünndarm (unteres Ileum) zum Nahrungsbrei geleitet. Hieraus resultiert eine verbleibende Verdauungsstrecke von nur 50 bis 100 cm.


 

 

Biliopankreatische Diversion mit Duodenal switch (BPD-DS)

Quelle: © Johnson & Johnson Medical GmbH, Ethicon-Endo Surgery

Diese äußerst anspruchsvolle Operation erzielt zwar die besten Langzeitergebnisse hinsichtlich Gewichtsabnahme und Begleiterkrankungen, geht allerdings auch mit dem höchsten perioperativen Risiko einher. Zur Verminderung dieses Risikos kann der Eingriff zweizeitig durchgeführt werden, d.h. in einem Ersteingriff erfolgt die Schlauchmagenbildung, im Zweiteingriff dann, nach teilweiser Gewichtsabnahme die eigentliche BPD-DS.

 

Die BPD-DS stellt eine Weiterentwicklung der BPD dar. Bei diesem Verfahren wird der Magen zunächst durch eine Schlauchmagenbildung verkleinert. Der entscheidende Unterschied zur BPD besteht darin, dass der Magenpförtner (Pylorus) erhalten bleibt. Dadurch wird eine Sturzentleerung der aufgenommenen Nahrung in den Dünndarm mit anschließenden Flüssigkeits- und Zuckerverschiebungen (Dumping-Syndrom) verhindert.

 

Der Vorteil der malabsorptiven Verfahren besteht darin, dass sie zweifelsohne die besten Langzeitergebnisse hinsichtlich Gewichtsverlauf und adipositasbedingter Begleiterkrankungen aufweisen. Insgesamt eignen sich derartige Eingriffe für Patienten ab einem BMI von über 50 bis 55 kg/m2.

 

Nachteilig ist allerdings die Tatsache, dass sich die Langzeitfolgen der Malabsorption gegenwärtig kaum abschätzen lassen. Eine konsequente Substitution von Vitaminen-, Spurenelementen und Hormonen ist nach derartigen Eingriffen unumgänglich. Im Langzeitverlauf kann es zu Eisenmangel mit Anämie (Blutarmut), zu Ausbildung von Geschwüren (Ulzera) im Bereich der Magen- und Darmnähte sowie zu Osteoporose aufgrund einer gestörten Aufnahme von Kalzium und Eiweiß kommen.

 

Insgesamt kommen rein malabsorptive Verfahren nur für sehr wenige Patienten, nach gewissenhafter Abwägung aller Vor- und Nachteile, in Frage.